Programm »

agents provocateurs | Ein Agentenstück, 15./16./17. und 22./23. Januar 2010

agents provocateurs | Ein Agentenstück

von Michael E. Graber

Uraufführung

“Wenn ich eine Geschichte erzählen will, kann ich auch einen Film machen, aber Theater ist ja auch Situation, ist situativ…“ – Der Hübsche

In Kürze:

Dieses Agentenstück handelt nur bedingt von Agenten und eine Handlung hat es überhaupt nur zum Schein. (Und auch das ist gelogen.) Das Stück ist viel mehr selber Agent: Es agiert und agitiert unter falschem Namen, sabotiert den Denkapparat mit Wohlgefallen und posiert dann doch als verkappter Beitrag zu einer verzwickten Debatte.

Die Frage lautet: Was kann und soll Theater im 21. Jahrhundert eigentlich wollen, können und sollen, wenn es denn zeitgenössisch sein können will oder soll? Was soll das alles eigentlich? Das ist die Frage, mit der sich die Protagonisten von Agents Provocateurs immer wieder konfrontiert sehen. Es ist auch die Frage, die immer unausgesprochen im Raum hängt, bei jeder Handlung, bei jedem Ansatz, bei jedem Versuch – und beim Versuch bleibt es auch. Als Zuschauer schleichen wir uns in einen Arbeitsprozess ein, der uns eigentlich nichts angehen soll und doch betrifft er uns. Unter dem Banner von lustvoller, angewandter Philosophie untersucht die vorliegende Versuchsanordnung diese oder zumindest eine ganz ähnliche Frage anhand der konkreten Schaffenskrise von drei jungen Leuten (konkret werden wir immer erst in der Krise), die eben versuchen ein solches oder jenes Theater zu machen.

Ganz am Anfang ihrer Arbeit stand vermutlich ein Theaterstoff wie jeder andere, der eine Geschichte von drei Menschen erzählt hat, die sich in einer Konstellation begegnen, die einen Konflikt verursacht, der eine Klimax erreicht und dann in einer Katastrophe endet. Vereinzelte Redundanzen dessen begegnen uns zwar noch beim Betrachten, aber die eigentliche Geschichte hat sich längst in Prozess, Performanz und Wohlgefallen aufgelöst. Damit wird das Handeln der Agenten selber zur Geschichte.

Zu allem Übel mischt sich dann auch noch der Alte bei den Jungen ein, inszeniert und irritiert sie, bringt sie vom Weg ab oder auf den richtigen Weg drauf, was ja aber Ansichtssache und gleichermassen egal ist, denn schliesslich ist doch alles nur Theater.

Vorstellungen

Imprimerie Basel, Haus zur Mägd, St. Johanns-Vorstadt 29

  • Freitag, 15. Januar 2010, 20:30
  • Samstag, 16. Januar 2010, 20:30
  • Sonntag, 17. Januar 2010, 19:00
  • Freitag, 22. Januar 2010, 20:30
  • Samstag, 23. Januar 2010, 20:30

Theater Tuchlaube, Aarau, Metzgerstrasse 18

  • Freitag, 19. Februar 2010, 20:00

Tojo Theater, Bern

  • Freitag, 26. Februar 2010, 20:30
  • Samstag, 27. Februar 2010, 20:30
  • Sonntag, 28. Februar 2010, 19:00

Mitwirkende:

  • Die Blonde: Sima Djabar Zadegan
  • Der Alte: Béla Riethuasen
  • Der Dicke: Steffen Siebenhüner
  • Der Hübsche: Ralph Tharayil
  • Konzept & Leitung: Michael E. Graber
  • Dramaturgie: Beatrice Kern
  • Lichtdesign: David Krämer
  • Körpertraining & Stimmarbeit: Franziska Trefzer
  • Trailer & Dokumentation: Ian Purnell
  • Grafik & Web: Kaspar Manz
  • Fotografie: Barbara Kern
  • Produktionsleitung: Franziska Franz

Kontakt:

stageoffice | m. e. graber, Ryffstrasse 5, 4056 Basel, Tel. 078 723 03 10, m.e.graber@stageoffice.ch

Michael E. Graber Wurde 1982 in Oftringen (AG) geboren und absolvierte seine Matura 2003 an der Kantonsschule Zofingen. Zur selben Zeit genoss er privaten Unterricht bei der Diplomschauspielerin Kerstin Schult in Olten, die er im Gegenzug bei der Organisation verschiedener Produktionen unterstütze. Zwischen 2004 und 2008 animierte und moderierte er für die Kinderfilmclubs der Zauberlaterne in Olten und Aarau. 2005 assistierte er zum ersten Mal bei muniambärg, einem Theaterprojekt für behinderte Erwachsene der Volkshochschule plus in Bern. Es folgten weitere Regieassistenzen in der freien Szene Bern. Ebenfalls 2005 nahm er sein Studium der Theaterwissenschaft an der Universität Bern auf. Dort war er auch während einem Jahr Hilfsassistent für das vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Forschungsprojekt Das Theater der Schweiz. In den letzten Jahren arbeitete er neben seinem Studium und seiner Teilnahme an verschiedenen Lesungen und Workshops unter anderem als Schauspieler für die Unterhaltungsproduktion Dinnerkrimi der Denlo Productions in Zürich sowie als freier Kulturjournalist. Er lebt derzeit in Basel.

Beatrice Kern Geboren 1978 in Johannesburg, Südafrika. Aufgewachsen in Basel. Studium der Germanistik und Anglistik in Basel und Berlin. Als Jugendliche kleine Rollen am Theater Basel (Einladung zum Berliner Theatertreffen). Erste praktische Theatererfahrungen sammelte sie bei den Gay Beggars, Basel. Bereits während des Studiums erste Regieassistenzen in Basel, Zürich und Berlin. Lizentiatsarbeit zu Heiner Müllers Hamletmaschine und die Rezeption von Terror. Nach dem Studienabschluss Arbeit als Regie- und Dramaturgieassistentin u. a. am Theater Basel, Kaserne Basel, Gessnerallee Zürich, Theater Freiburg und in freien Produktionen mit lunatiks produktion Berlin und mikeska:plus:blendwerk.

Sima Djabar Zadegan Geboren 1988 in Basel und dort aufgewachsen, hat sie zwischen 2004 und 2005 ein Jahr in Kalifornien gelebt, bevor sie 2008 in Liestal die bilinguale Matura (Französisch-Deutsch) mit dem Schwerpunkt Spanisch absolvierte. Sie studiert Germanistik und Islam-Wissenschaften an der Universität Basel. Sie war Statistin am Theater Basel und spielte bei mehreren Projekten des Gymnasiums Liestal mit, darunter Die Stützen der Gesellschaft, Ein Sommernachtstraum und agnès. Zusätzlich trat sie mehrmals im Rahmen von Sprachbefall an Lesungen im K6 (Theater Basel) auf.

Ralph Tharayil Wurde 1986 in Liestal (BL) geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Er spielte und sang 1997 erstmals für schulinterne Aufführungen. Als Musikschaffender spielt er seit rund 7 Jahren in der Region Basel in verschiedenen Formationen und hat seit kurzem seine Liebe zum Schauspiel wiederentdeckt. Er besuchte Sprecherziehungs-Kurse bei Dorothea Sidow und Werner Geiger an der Universität Basel. Neben Rollen in zwei Kurzfilmen und der Arbeit als Regieassistent bei der Treibstoff-Produktion Vorläufig Ausnahme wirkt er bei szenischen Lesungen mit, darunter auch beim Projekt Sprachbefall, das im K6 Theater Basel stattfindet.

Steffen Siebenhüner Geboren 1983 in Sangerhausen (D), dort aufgewachsen. Er tanzte und spielte von 1998 bis 2003 in verschiedenen schulinternen Projekten (Rocky Horror Show, Jazz Dance Produktionen, u.a.). Gleichzeitig spielte er von 1999 bis 2002 beim Jungen Theater Nordhausen (D) in Die Räuber, Leonce und Lena und Frühlingserwachen – ausgezeichnet an den Thüringer Jugendtheatertagen 2000. Im Jahr 2003 Umzug nach Basel und Studienbeginn im folgenden Sommer. Von 2003 bis 2006 spielte er im Jugendspielclub des Theater Basel, mit Auftritten im Rahmen des Jugendkulturfestivals 2004 und 2005. Er studiert derzeit im Masterstudiengang Sprache und Kommunikation an der Universität Basel.

Béla Riethausen Jahrgang 1969, Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik, freier Autor, Regisseur und Kulturjournalist, Performances u. a. 2003 am Nouvelle Danse Festival im KKL Luzern, Regie-, Produktions- und Dramaturgieassistenz bei der Förnbacher Theatercompany/Basel, Mitarbeit in der Dramaturgie für das Regietrio Rimini Protokoll am Stadttheater Zürich, Kulturprojektleiter an der Fachmaturitätsschule/Basel (Projekte: Scheinheilig, ein Musical und Our Town, ein Theaterstück sehr frei nach Thornton Wilder). Regie und Inszenierung für den a-capella-Chor Larynx/Basel („Paradiesische Utopien für Chor, Seiltanz und Schauspieler“ und „Je ne veux pas travailler“), Regie und Produktionsleitung bei eigenen Stücken wie Lisa-AusNameZustand (Nominiert für das Karlsruher Theaterfestival und das Bochumer Theaterfestival megafon) und bangbang – SchussWechselSzenen (Uraufführung im Berner Theater am Käfigturm, Dezember 2007), Gründungsmitglied von headshots – literarisch-musikalisches Kleinkaliber.

Franziska K. Trefzer Geboren 1964 in Basel. Umkreist die Medien, Film und Theater seit vielen Jahren. Studium der Theater- und Filmwissenschaft in Zürich und Bern; Lizentiat zur szenographischen Arbeit der Projektionskünstlerin Annelies Corrodi. Neben dem Studium mehrjährige Ausbildung und Co-Forschungsreisende in Sachen Atem-Stimme-Körper bei bzw. mit Prof. Mirka YemenDzakis (Athen und Berlin). Regieassistenzen bei kleinen und grossen freien Produktionen (Athen, Zürich, Basel). Film- und Theater-Kritikerin (BaZ, Basellandschaftliche Zeitung); Aufbau einer Förderpolitik zum Kulturschaffen mit Neuen Technologien (sitemapping.ch) beim Bundesamt für Kultur. Produktions- und Aufnahmeleitung für Kurz-Spielfilme; Moderation und Textarbeit für den Filmclub Zauberlaterne. Dozentin und Projektleiterin an der Hochschule Luzern - Design & Kunst; u.a. Leitung eines Forschungsprojekts zur Dramaturgie des kurzen Animationsfilms. Seit 2008 eigene Forschungsarbeit zum Zusammenhang von Körperarbeit, Theorie und Gestaltung.

Franziska Franz Wurde 1986 in Stuttgart geboren und wuchs 19 Jahre im schönen Frankenland auf, bis sie 2006 nach Bern zog. Sie besuchte ein musisches Gymnasium und wählte die Schwerpunkte Gesang und Klavier. Derzeit studiert sie Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität in Bern. 2008/09 arbeitete sie bei der Produktion Das Orchester von Jean Anouilh des Berner StudentInnen Theaters mit. Sie erarbeitete die Tanzchoreographie (Lindy Hop). 2008 wurde sie in den Vorstand des neu gegründeten Fördervereins für die Schweizerische Theatersammlung (STS) gewählt. 2009 inszenierte sie einen kurzen Ausschnitt aus dem Wunderdoktor des Zaccharias Bletz für die Buchvernissage von PD. Dr. Heidy Greco-Kaufmann (Leiterin der STS) und bespielte an der Museumsnacht 09 mit einem Parzival-Projekt die Theatersammlung. Zurzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Hilfs-Assistentin in der Theatersammlung und ist freischaffende Kulturkritikerin für das Thuner Tagblatt. Das aktuelle Forschungsprojekt der Theatersammlung besteht im Erstellen einer Berner Theatergeschichte.


Imprimerie Basel
aktuell
Profil
Dokumente

Programm
aktuell
Archiv
Belegungsplan

Trägerschaft
Verein Imprimerie Basel
Gönnerin und Gönner
Beirat

Kontakt
Adressen
Billette bestellen
Programm zusenden

Zuletzt geändert am 23.01.2010 17:43 Uhr